26.06.2004

Wandertag

Am Samstagmorgen gegen 11 Uhr fuhren wir zu fünft (Gitti, Elvira, Helmut, Jutta und Privatchauffeur Ernst) nach Bad Aachen.
Da Bad Aachen auf sein "Bad" verzichtet, damit es stets an erster Stelle im Alphabet steht, wird im folgenden Text nur noch von Aachen die Rede sein.
Der Rundgang begann am "Elisenbrunnen", dem Wahrzeichen Aachener Badelebens. Dort probierten die Nicht-Aachener auch sofort das Aachener Thermalwasser. Dieses 38°C warme Wasser riecht zwar wegen seines hohen Schwefelgehaltes nicht gut, aber es ist gesund. Karl der Große nutzte damals schon die Thermen, um sich beim Baden von seinem Rheuma zu kurieren. Aber auch andere bekannte Gäste z.B. Casanova genossen das Aachener Wasser.
Hiernach schlenderten wir weiter zu einer Bronzefigur bestehend aus drei Menschen, die alle den kleinen Finger in die Höhe strecken, der sogenannte "Klenkes". Dies ist das Zeichen, mit dem sich Aachener in der Fremde grüßen und erinnert an die ehemals in Aachen ansässige Nadel-industrie. Die Nadeln wurden hier in der Endkontrolle rollend mit dem kleinen Finger überprüft und schlechte, unbrauchbare Nadeln direkt "ausgeklinkt".
Bald darauf kamen wir an den "Bahkauv-Brunnen". Bahkauv heißt auf Hochdeutsch Bachkalb. Zu diesem phantasievollen Tier gibt es folgende Sage: Das Bachkalb soll genau an dieser Stelle, den Abfluß der heißen Quellen, wo sich tagsüber die Hausfrauen beim Waschen trafen, nachts betrunkenen Männern aufgelauert haben.
Weiter ging es durch die Körbergasse vorbei am ältesten Café Aachens, dem "Café Leo van den Daele" (1655). Neben diesem Café steht wieder eine Bronzefigur, ein Mädchen mit einer Printe in der Hand. Auch für die Printen ist Aachen sehr bekannt; das Wort Printe kommt aus dem Englischen to print = drücken, weil der Teig in geschnitzte Holzformen gedrückt wird.
Vom "Puppenbrunnen", dem beliebtesten Brunnen Aachens, der mit seinen beweglichen Figuren die Vielfalt des Aachener Lebens darstellt, gelangten wir zum Hühnermarkt. Auf dem Hühnermarkt haben die Aachener einem Dieb ein Denkmal gesetzt, der versuchte, auf dem damals hier stattfindenden Markt Hühner zu stehlen. Er übersah jedoch, dass sich hierunter ein Hahn befand, der ihn durch sein lautes Geschrei verriet. Einige Schritte weiter erreichten wir das "Rathaus". Die Fassade des heutigen Rathauses ist mit Statuen von 50 deutschen Herrschern geschmückt, von denen 30 Könige in Aachen gekrönt wurden. Über dem Eingang ist die Majestas Domini dargestellt. Sie ist rechts von Karl dem Großen mit dem Modell der Pfalzkapelle und links von Papst Leo III umgeben.
Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus, der von vielen Kneipen und Eiscafés umringt wird, befindet sich der Karlsbrunnen. Vom Rathaus marschierten wir über den "Katschhof" - der Name ist von "Kax" abgeleitet, der früher den hier auf dem Platz stehenden Schandpfahl (Pranger) bezeichnete - direkt zum Dom.
Der "Aachen Dom" ist das erste Bauwerk, das von der UNESCO 1978 als Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Die Bronzetüren sind um 800 n.Chr. aus einem Stück in Aachen gegossen worden und gelten als ein handwerkliches Meisterstück. Der Riss in der rechten Tür stammt einer alten Sage zufolge vom Teufel.
Am Münsterplatz, dort wo früher der Blumenmarkt stattfand, endete unsere Führung. Uns blieb noch genügend Zeit für Shopping, Einkäufe und einen kleinen Imbiss, bevor wir in unsere Heimat Imbach - wieder von unseren Privatchauffeur - heil zurückgefahren wurden und beim gemeinsamen Grillen im Garten von Jutta und Bernd den schönen Tag ausklingen lassen konnten.
Übrigens noch eine kleine Bemerkung am Rande: Karl der Große war wirklich 1,93 m groß und das zu einer Zeit, als das Gardemaß nur 1,60 m war.

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