19.06.2003

Paddeln auf der Weser

Paddeln auf der Weser
19.6. - 22.6.2003

Eigentlich war alles fast wie immer.
Das lange Wochenende über Pfingsten wollten wir unbedingt zum Paddeln nutzen. Mit 4 freien Tagen im Rücken kann man auch weitere Ziele in Angriff nehmen. Bereits im Frühjahr war uns klar, daß es die Weser sein sollte. Ein geeigneter Campingplatz befand sich auch an der "richtigen" Stelle. Gieselwerda war ab sofort unser Ziel.

17.06.2003
Großeinkauf war angesagt. Hier nur eine kleine Übersicht der benötigten und lebenswichtigen Grundnahrungsmittel: 6 Kästen Wasser, 8 Kästen Cola und Fanta, 4 Kästen Gerstensaft (in den Booten kann man kein Fass aufstellen), 120 Liter Fassbier, 120 Eier, 6 kg Bratkartoffeln, 70 Grillsteak, 90 ... u.s.w.

18.06.2003 - Die Vorbereitung
Die Canadier wurden wie bereits bei den vorherigen Touren in Köln bei der Firma Gatz ausgeliehen und verladen. In Imbach wurde anschließend der Bagagewagen gepackt. Während der Beladung fiel uns auf, dass wir jedes Jahr mehr Zeug mit uns schleppen. Der Anhänger wurde bis unter die Plane beladen und war sicherlich auch an der Grenze der maximalen Zuladung. Gemerkt haben das aber nur die Janckes, die mussten das Teil bis zur Weser schleppen. Ernst (der sportliche Fahrer) und ganz besonders Gitti (die vorsichtige Beifahrerin ) erfuhren nun auf der Autobahn das ab 90 km/h der Anhänger nicht mehr so einfach hinter dem Auto herfährt, sondern viel lieber wild hin und her schaukelt.

19.06.2003 - Der Anreise-Tag
Punkt 13:05 Uhr kamen wir an dem Campingplatz Gieselwerda an und wurden von dem Pächter auf die Mittagsruhe hingewiesen. "Die ist von 13:00 bis 15:00 Uhr und während dieser Zeit ist und bleibt die Schranke geschlossen. Sonst bekomme ich Ärger mit den Dauercampern" sagte der Pächter. Er schwang sich auf sein Fahrrad und verließ den Ort des Geschehens mit den Worten: " Meine Frau hat das Essen fertig". Nun standen wir vor der Schranke und dachten über den armen Kerl nach, der gesteuert von Dauercampern und Hunger aus unserer Sicht die falsche Entscheidung traf. Das was wir als falsch ansahen, machte dem Pächter allerdings auch zu schaffen. Denn der kehrte bereits nach drei Minuten mit den Worten: " Der Ärger mit den Dauercampern ist mir jetzt auch egal" zurück und öffnete die Schranke. Die Einfahrt zu unserer Wiese führte durch das Lager der Dauercamper (DC). Schön hatten sie es hier - die Gartenzwerge standen wie die Soldaten im Vorgarten, alles war mit deutschen Jägerzäunen eingefasst und auch der Rasen war gemäht. Eine übertriebene Ordnung und Ruhe beherrschte die Szene. Wir fuhren durch ein Spalier grimmig schauender DC die auf ihre Uhren schauten. Chef der Bande waren eindeutig Gerhard und Gertrud. Sie besaßen den ersten und den "schönsten" Platz und den größten Wohnwagen. Auf dem Nummernschild ihres Wohnwagens standen ihre Namen - einfach praktisch diese DC. Da einmal durch - und die Welt war in Ordnung! Die Wiese war groß und das Wasser war nah. Was will man mehr! Im Laufe des Nachmittags kam dann auch der Rest der Truppe zusammen und wir begannen den Aufbau des Versorgungszeltes (6 x 8 m). Die Stimmung am Abend mit Bier und Essen war einfach klasse.

20.06.2003 - Die Nacht
Gegen 2:00 Uhr wurden wir von einem heftigen Unwetter geweckt. Wir schauten uns aus unseren Wohnmobilen und Wohnwagen das Unwetter an. Neben uns lagerte eine Jugendgruppe, die unter kirchlicher Führung ein lustiges Wochenende an und auf der Weser verbringen wollten. Der Sturm demontierte systematisch das Versorgungszelt der Gruppe. Nach kurzer Zeit lag es auf den kleinen Zelten und rupfte an ihnen gewaltig herum. Die Bewohner wurden langsam wach und retteten was zu retten war. Wir schliefen dann beruhigt weiter.

20.06.2003 - Einsetzen
Pünktlich nach dem Frühstück fuhr der ganze Tross zum Einsetzen an den Weserstein. Für alle die nicht wissen, wo das ist: In Hannoversch Münden, wo sich Fulda und Werra zur Weser vereinen. Wir fuhren mit 5 Canadiern flussabwärts in Richtung Gieselwerda. Die Stimmung auf den Booten war schon nach der ersten Runde Bier auf dem Höhepunkt. Doch nach einiger Zeit hatten wir Entzugserscheinungen. Uns fehlten die schönen Schleusen der Lahn, wo es immer was zum Anstoßen gab. Oder die nette Landpartie an der Ruhr, wo die Boote nach jeder Ecke über die Wiesen an der Staustufen vorbei geschleppt werden durften. Aber das wirklich schöne an der Weser ist die Strömung, die einen zügig in Richtung Ziel bringt. Auch die Angler haben mächtig Spaß, wenn wir an ihnen vorbei paddeln. Sie stehen sogar auf und rufen laut "Vorsicht Leine". Und es stimmt - da ist jedes mal eine. .... und wenn die Angler zu langsam sind, kann man sogar darüber fahren - und es geht nichts kaputt an den Booten. Einfach toll diese Angler. Die letzten Kilometer auf der Weser zogen sich in die Länge wie Kaugummi. Ein Vorwärtskommen gegen den Wind musste mit viel Einsatz erzwungen werden. Nachdem der Campingplatz endlich erreicht war, wurde standesgemäß das Fass angeschlagen, der Grill angeworfen und die Truppe erholte sich von den Strapazen des Tages.
Gegen Abend wurde es deutlich kühler und die netten Dauercamper haben mit ihrem deutschen Jägerzaun das abendliche Lagerfeuer unterstützt. Wir danken ihnen!

21.06.2003 - Der zweite Tag
Nach einem vorzüglichem Frühstück bestiegen wir die Boote und verließen den Platz in Richtung Beverungen. Das Wetter spielte mit und wir kamen zügig vorwärts. Zwischendurch spielten wir Boote versenken mit Sebastian als Hauptfigur. Er wurde einfach mit seinem Einerkajak von einem 10er Canadier überfahren. Der Steuermann dieses Bootes war mit allem beschäftigt - nur nicht mit dem Steuern ! Auch Bernd testete die vorzügliche Stabilität eines Einerkajaks und kenterte allein und ohne Fremdeinwirkung. Die Pausen auf den treibenden Booten machten vielen Freude. Hier wurden Getränke, Essen und Geschichten ausgetauscht. Mit leichten Paddelschlägen hielt man sich in der Flussmitte und harrte dem, was da komme. Den kleineren Kindern haben wir einige Gruselgeschichten von dem Wesermonster erzählt. Sie beobachteten dann eine ganze Zeitlang die Ufer und waren bis auf wenige leise Fragen ruhig. Der Endspurt an diesem Tage endete in einem Bootsrennen der ansässigen Kanuclubs. Da wo die Zieldurchfahrt war endete auch für uns die Paddeltour.

22.06.2003 - Rückreise
Mit gepacktem Prüttel, wohlgenährt und mindestens 1,5 kg schwerer (jeder) zog die Karawane Richtung Heimat. Und wieder war ein schönes Paddelwochenende vorbei.

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