01.01.2001

Paddeln auf der Lahn

Paddeln auf der Lahn
oder der geschickte Umgang mit Wasser

Es war fast alles so einfach wie immer...
Das Wichtigste für das bevorstehende Wochenende waren Cree und Ontario.
Beides ausgewachsene Kanadier, ca. 7 Meter lang und mit einer Zuladung von bis zu 1000 kg oder 10 Erwachsenen mit Verpflegung.
Beide wurden am Freitagmittag bei der Firma Gatz in Köln abgeholt und ordentlich verladen. Zuhause angekommen wurden noch zwei Kajaks für die Kinder beigebunden und wir waren startbereit. Partyzelte, Biertischgarnituren, Grill, mehrere Kühlschränke, Essen und die unterschiedlichsten Getränke wurden in einen zweiten Anhänger verladen. Gegen Nachmittag setzten sich dann die paddelwütigen Imbacher und Freunde in Richtung Nassau an der Lahn in Bewegung.

Am Campingplatz angekommen, steckten wir zur Begeisterung der Nachbarn unseren Claim ab und sortierten die dort befindlichen Autos wo anders hin.
Dann wurden die Partyzelte aufgebaut und Schlafgelegenheiten, vom Wohnmobil bis zum Zelt, hergerichtet. Das anschliessende Abendessen wurde begleitet von Regen in allerfeinster Weise, der die ganze Nacht anhielt. Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt durchwachsen und alle dachten mit Schrecken an den nächsten Tag.

Der nächste Morgen:
Pünktlich zum Frühstück vertrieb die Sonne den Regen und wir konnten uns gemütlich auf den schönen Paddeltag vorbereiten - wir, das waren 16 Erwachsene, 4 Jugendliche und 8 Kinder.
Wir fuhren mit den Autos und Booten flussaufwärts nach Laurenburg und setzten dort mit dem Ziel Campingplatz Nassau in die Lahn ein. Die Stimmung auf den beiden Booten war gut und in den Schleusen fast nicht mehr auszuhalten. Hier wurden unter lautem Rufen mehrere Kisten Kümmerlinge und Feiglinge vernichtet.
... Und wen treffen wir auf der Lahn ?
Aus Hüscheid: Hilfskapitän und Obstbauer Siegfried Oderwald mit Gemahlin und Enkel. Er schipperte mit einer Motoryacht flussaufwärts.
Die ca. 16 Kilometer auf der Lahn gingen schnell vorbei. Gegen 16.00 Uhr erreichten wir unser Ziel. Nachdem die Boote aus dem Wasser gehoben waren und wir uns an den Zelten befanden, öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete mal wieder. Die Frauen kochten Kaffee, tischten den Kuchen auf und die Männer schlugen das erste Fass an. Alle waren zufrieden.
Als gegen Abend der richtige Hunger aufkam (von Kuchen kann man nicht leben) und wir den Grill aufstellen wollten,gab es eine ausreichend lange Regenpause. Draussen Grillen ist eben besser als unter einem Zelt.
Sonntag starteten wir nach einem vorzüglichen Frühstück mit den Booten am Campingplatz. Vorher hatten schon einige (das waren die, die nicht spülen wollten) die Autos an den Zielpunkt hinter Bad Ems gebracht.
300 Meter nach dem Start war erst mal wieder Pause angesagt. Der Schleusenwärter trat pünktlich seine Mittagspause an und legte die Füsse auf den Tisch. Wir warteten brav bis der gute Mann sich erholt hatte und überbrückten die Zeit mit essen und biertrinken. Wir erinnerten uns daran, dass wir vor einigen Jahren auch zur Mittagspause hier warten durften.
Aber nun wissen wir es: An der Schleuse in Nassau ist von 12.30 bis 13.00 Uhr Mittagspause !
Aber wie das so ist mit Pausen... sie sind auch mal zu Ende !
Schnell hatten wir die Schleuse gemeistert und starteten nun ein zweites Mal.
Bei dem Versuch Bad Ems zu durchfahren gerieten wir in ein Drachenbootrennen. So viele Zuschauer waren wir dort schon gewohnt, da wir vor einigen Jahren bereits unfreiwillig in den alljährlichen Blumencorso geraten sind und auf der Fulda bei Kassel begleiteten wir schon einmal ein Bootsrennen.
Wir wurden von den auf Brücken und am Ufer stehenden Zuschauern kräftig angefeuert, hatten aber gegen die mit 21 Personen besetzten Drachenboote nicht die Spur einer Chance.
Auch wenn wir mit Abstand die langsamsten waren - wir hatten die beste Stimmung an Bord.
Im Schleusenkanal hinter Bad Ems war die gelungene Tour zu Ende.
Hier wurden die Boote auf den Anhänger verladen und wir traten die Rückfahrt zum Campingplatz an. Dort angekommen wurde nach einer ausreichenden Pause Zelte und Tische verladen.
Gegen Abend traten wir dann die wohlverdiente Rückreise nach Imbach an.

Für Interessierte:
http://www.rhein-lahn-info.de/lahnfuehrer

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