Wassergenossenschaft

Wassergenossenschaft Imbach 
9.12.1896 - 1966

Nicht jedes Haus in Imbach hatte früher einen eigenen Brunnen. Viele wurden auch gemeinschaftlich genutzt und unterhalten. Das "Brunnenrecht" wurde mit vererbt, wie man aus einer alten Vermächtnisakte aus dem Jahr 1788 ersehen kann. 
Im Jahre 1894 kam Julius Lemmer aus Imbach auf die Idee, mittels einer mechanischen Pumpe, genannt Widder, das Wasser durch Rohrleitungen ins Haus zu holen. Mit Hilfe seines Nachbarn Julius Kolk verwirklichte er dieses Vorhaben gegen die Einwände mancher Zweifler. Auch für das Vieh war nun stets frisches Wasser leicht zu erhalten. 

Die so überzeugten Imbacher gründeten am 9. Dezember 1896 die Imbacher Wassergenossenschaft. Treffpunkt hierfür war die Gastwirtschaft Flocke. 
Sachverständige suchten nach geeigneten Quellen. Die nötigen Geldquellen wurden von der Sparkasse Bergisch Neukirchen erschlossen. Alle beteiligten Eigentümer bürgten mit ihrem Besitz für die Tilgung des Geldes. Die Schlosser- und Klempnerarbeiten wurden an Firmen vergeben, die Erdarbeiten wurden von der "Dorfgemeinschaft" vorgenommen. In Nachbarschaftsarbeit wurden die 80 cm tiefen Gräben gezogen, um die Bleirohre aufzunehmen. Danach wurden der Wasserturm, Pumpenhaus und Hausanschlüsse fertiggestellt. Schließlich war es soweit, dass die Imbacher "fließendes Wasser" im Haus hatten. Ein Fachmann übernahm die Bedienung der Pumpe sowie die Aufsicht über den Wasserstand. 
Seit 1966 ist die Wassergenossenschaft Imbach an das Netz der Wasserversorgung von Bergisch Neukirchen und Opladen angeschlossen.

(Luise Oppenberg 1969)